Iran-Krieg kostet die USA bereits mehr als 47 Milliarden Dollar

Seit dem Beginn der Kampfhandlungen gegen Iran am 28. Februar haben die US-Streitkräfte Munition im Wert von 29 Milliarden US-Dollar verbraucht. Die Gesamtkosten des Einsatzes beliefen sich zum 16. Oktober auf 47,1 Milliarden US-Dollar. Vertreter des Kongresses halten diese Zahlen für zu niedrig.

Die Kosten der USA für die Kampfhandlungen gegen Iran seien auf 47,1 Milliarden US-Dollar gestiegen. Das berichtete die Zeitung The New York Times (NYT) unter Berufung auf einen neuen Pentagon-Bericht und Vertreter des US-Kongresses, die anonym bleiben möchten.

Laut den Angaben des US-Kriegsministeriums mit Stand 16. Oktober entfielen mehr als 60 Prozent dieser Summe auf verbrauchte Fliegerbomben, Raketen und sonstige Munition. In den rund sechs Wochen seit dem vorherigen Bericht des Pentagons sind die zusätzlichen Ausgaben der Behörde um rund 3,5 Milliarden US-Dollar gestiegen.

Der NYT zufolge gab die US-Luftwaffe insbesondere 7,6 Milliarden US-Dollar für den Betrieb Dutzender Staffeln von Kampfjets und Bombern aus. Die US-Marine wandte demnach 1,5 Milliarden US-Dollar für die Verlegung von mehr als zwei Dutzend Kriegsschiffen auf, darunter mehrere Flugzeugträger in der Nähe Irans. Das US-Heer bezahlte laut NYT 2,1 Milliarden US-Dollar für die Versorgung seiner Truppen in der Region.

Aus der Mitteilung geht hervor, dass die US-Streitkräfte seit Kriegsbeginn am 28. Februar Munition im Wert von 29 Milliarden US-Dollar verbraucht haben. Dadurch sind die Bestände mehrerer kritisch wichtiger Waffenarten geschrumpft, primär die der Raketen für Patriot-Systeme. Zudem mussten Ressourcen aus den Verantwortungsbereichen der US-amerikanischen Militärkommandos in Asien und Europa verlegt werden.

Die NYT führt weiter aus, dass das Pentagon Dutzende beschädigte oder zerstörte Kampfflugzeuge sowie weitere Waffen und Technik ersetzen musste. Dies kostete das US‑Kriegsministerium 6,1 Milliarden US‑Dollar. Weitere 645 Millionen US-Dollar seien in die Verlegung und den Einsatzbetrieb mehrerer Tausend Angehöriger der Spezialeinsatzkräfte in der Region geflossen.

Darüber hinaus sind in den Pentagon-Unterlagen Ausgaben für eine Reihe weiterer Haushaltsposten gelistet. Wie ein Vertreter des Kongresses der NYT mitteilte, habe das Kriegsministerium 24,5 Millionen US-Dollar für die medizinische Versorgung von US-Militärangehörigen ausgegeben. Das Transportkommando der US-Streitkräfte habe 92,2 Millionen US-Dollar für Logistik und die Lieferung von Technik eingesetzt, das US-Cyberkommando für "Cyberunterstützungsoperationen" insgesamt 14 Millionen US-Dollar.

Vertreter des Kongresses wiesen die NYT daraufhin, die von der Behörde genannten Zahlen seien vermutlich zu niedrig angesetzt. So räumte das Pentagon demzufolge ein, dass in diese Schätzungen 1,5 Milliarden US-Dollar für Treibstoff und weitere Kosten nicht eingeflossen sind, darunter auch Mittel, die die Trump-Regierung im Rahmen einer zusätzlichen Finanzierung der Kampfhandlungen beantragt habe. Auch die Kosten für den Wiederaufbau US-amerikanischer Militäranlagen, die bei iranischen Angriffen beschädigt oder zerstört wurden, fehlen laut NYT im Bericht an den Kongress.

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