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Starlink-Beschränkungen: Kiew von russischem Angriff kalt erwischt – Polen attackiert Musk

Ukrainische Truppen sind offenbar von Einschränkungen des Satelliteninternets Starlink betroffen, die ihre Einsätze an der Front in den vergangenen Tagen beeinträchtigt haben. Kiew wird darüber hinaus auch weiterhin nicht vor russischen Raketenangriffen gewarnt. Polen wirft Musk vor, mit seinen Produkten Politik zu machen.
Starlink-Beschränkungen: Kiew von russischem Angriff kalt erwischt – Polen attackiert Musk

Ukrainische Truppen sind von Einschränkungen beim Satelliteninternetsystem Starlink des US-Unternehmers Elon Musk überrascht worden, die ihre Einsätze an der Front beeinträchtigten. Gleichzeitig erhielten die ukrainischen Behörden nach eigenen Angaben den zweiten Tag in Folge keine Vorwarnung ihrer Partner vor einem russischen Raketenangriff auf Energieanlagen. Das berichtet die Financial Times (FT) am Mittwoch.

Starlink-Terminals ukrainischer Drohneneinheiten begannen am frühen Mittwochmorgen bei Geschwindigkeiten von mehr als 160 km/h Signalstörungen aufzuweisen. Dadurch wurden mehrere Einsätze beeinträchtigt, wie Militärangehörige und hochrangige ukrainische Regierungsvertreter berichteten.

"Die Logistik an der Front und Angriffe auf russische Nachschubwege im Hinterland sind stark eingeschränkt", sagte ein hochrangiger ukrainischer Regierungsvertreter, der mit der Lage an der Front vertraut ist, gegenüber FT. Die Einschränkungen seien "ohne jede Vorwarnung, mitten in der Nacht" in Kraft getreten, erklärte er.

Sergei Beskrestnow, ein Berater des ukrainischen Verteidigungsministeriums, erklärte, dass auch Drohneneinsätze mit großer Reichweite beeinträchtigt worden seien. "Es ist offensichtlich, dass diese Maßnahme kein Zufall ist und mit der aktuellen politischen Lage zusammenhängt", schrieb er auf Telegram.

Die Starlink-Störungen kommen zu einem Zeitpunkt, zu dem Russland seine Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur verstärkt und US-Präsident Donald Trump den Druck auf Kiew erhöht, Zugeständnisse an Moskau zu machen, um den Krieg zu beenden.

Das Ausbleiben einer Vorwarnung vor russischen Raketenangriffen und die unerwarteten Beschränkungen bei Starlink haben in Kiew Zweifel an der "Verlässlichkeit der US-Unterstützung" verstärkt, hieß es bei FT. Zuvor hatte Trump damit gedroht, den Austausch wichtiger Geheimdienstinformationen einzustellen.

Am Mittwoch bestritt der US-Präsident, dass Washington den Informationsaustausch mit der Ukraine gestoppt habe. "Nein, das haben wir nicht. Wir helfen ihnen", sagte er. "Wir helfen ihnen, wir teilen Geheimdienstinformationen. Wir wollen, dass der Krieg endet."

Einige ukrainische Regierungsvertreter vermuteten, dass SpaceX die Beschränkungen auf Veranlassung der Trump-Regierung eingeführt haben könnte. Das Unternehmen betreibt Starlink und stellt tausende Terminals bereit, die vom ukrainischen Militär genutzt werden. Anlass für die Vermutungen waren kritische Äußerungen von Elon Musk über den ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij in dieser Woche.

"Selenskij ist zu weit gegangen", schrieb Musk auf seiner Plattform X. Er reagierte damit auf ein Video des Weißen Hauses, in dem Trump erklärte, er habe Selenskij gesagt:

"Ihr könnt mit Russland machen, was ihr wollt, aber greift nicht die Raffinerien an, denn das ist ein weltweites Problem."

Der polnische Außenminister Radosław Sikorski kritisierte Musk inzwischen öffentlich. "Hey, Elon Musk, du großer Mann, spielst du mit deinen Produkten schon wieder Politik?", schrieb er auf X. "Wir als deine europäischen Kunden beobachten dich."

Selenskij erklärte am Vorabend seiner Reise nach London, die Ukraine habe "erneut keine Vorwarnung von unseren Partnern" erhalten, bevor russische ballistische Raketen die Energieinfrastruktur der Hauptstadt trafen. Zu den Zielen gehörte eines der wichtigsten Heizkraftwerke Kiews, das zugleich Strom erzeugt.

"Unsere Systeme erfassten diese Raketen erst, als sie sich bereits praktisch im Anflug auf Kiew befanden", sagte Selenskij. Er war am Mittwochmorgen in London eingetroffen, wo ein Treffen mit dem britischen Premierminister Andy Burnham geplant war.

Selenskij forderte Washington auf, auf die Angriffe zu reagieren. Es sei wichtig, dass die USA "verstünden, wer für die Fortsetzung dieses Krieges verantwortlich ist", so seine Darstellung. Zudem rief er die westlichen Partner dazu auf, die Sanktionen gegen Moskau zu verschärfen.

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